Auktionshaus Rapp versteigerte eine der begehrtesten Vintage-Uhren der Welt für 130’000 Franken
Junge Promis wie Jacob Elordi und Romeo Beckham haben der Armbanduhr «Bamboo» von Audemars Piguet Kultstatus verliehen. Am Donnerstagabend, 4. Juni 2026, kam ein Exemplar aus Ostschweizer Besitz im Auktionshaus Rapp in Wil (SG) für 130’000 Franken unter den Hammer. Auch Uhren von Patek Philippe sorgten für Furore.
Um kurz vor 18 Uhr am Donnerstagabend liefen die Telefonleitungen im Auktionshaus Rapp heiss: Aus der ganzen Welt boten Interessenten für ein Exemplar der Audemars Piguet «Bamboo» mit – im Saal, online und per Telefon. Schon im Vorfeld hatten sich die Gebote für die extrem seltene Vintage-Uhr überschlagen, so dass die Auktion bereits bei einem Gebot von rund 46‘000 Franken startete. Am Ende kam die «Bamboo» (zu Deutsch «Bambus») für 130‘000 Franken unter den Hammer.
Martin Ohmann Rapp präsentiert die Audemars Piguet «Bamboo», die an der Auktion vom 4. Juni für 130‘000 Franken unter den Hammer kam.
Diese Taschenuhr mit Viertelstundenrepetition von Patek, Czapek & Cie. aus den 1840er-Jahren war jemandem 75‘000 Franken wert.
Ihren Namen verdankt die Audemars Piguet «Bamboo» der Lünette und dem Goldarmband, die mit ihrer segmentierten Struktur an Bambusrohre erinnern.
Diese filigrane Patek Philippe aus dem Besitz einer der bekanntesten Unternehmerfamilien der USA wurde für 37‘500 Franken versteigert.
Zustand ist nahezu perfekt
Für Martin Ohmann Rapp, Leiter der Uhrenabteilung beim Auktionshaus Rapp, war der hohe Preis keine Überraschung: «Die Audemars Piguet ‹Bamboo› zählt zu den gefragtesten Vintage-Uhren überhaupt. Komplizierte Ausführungen in diesem Zustand gelangen kaum noch auf den Markt.» Das versteigerte «Bamboo»-Exemplar wurde in den 1980er-Jahren gefertigt und besteht aus 18-karätigem Gold. Es besitzt ein nahezu ungetragenes Erscheinungsbild mit scharfen Kanten und perfekt erhaltenen Oberflächen. Ihren Namen verdankt die Uhr der charakteristischen Gestaltung: Lünette und integriertes Goldarmband erinnern mit ihrer segmentierten Struktur an Bambusrohre. «Sammlerinnen und Sammler aus aller Welt suchen heute nach genau solchen Stücken, die man nicht an jeder Ecke findet», erklärt Martin Ohmann Rapp.
Promis befeuern Nachfrage
Die Uhr stammt aus dem Nachlass einer Ostschweizer Unternehmerfamilie, die anonym bleiben möchte. Bei der Sichtung des Nachlasses sei ihm die Uhr sofort ins Auge gefallen, sagt Martin Ohmann Rapp: «Der Besitzer hatte sie in den 1980er-Jahren neu gekauft. Damals für einen Bruchteil des heutigen Sammelwerts.» Zum weltweit begehrten Sammelstück wurde die «Bamboo» insbesondere dank junger Prominenter: So trug Schauspieler Jacob Elordi – bekannt aus der TV-Serie Euphoria – eine «Bamboo» am exklusiven Newport Beach Film Festival 2025 und verschaffte ihr damit quasi über Nacht Legendenstatus. Auch Romeo Beckham, Model und Sohn von Ex-Fussballer David Beckham, und Schauspieler Michael B. Jordan wurden schon mit einer «Bamboo» gesichtet. Daher überrascht es nicht, dass die Ostschweizer «Bamboo» frühzeitig ins Visier von Interessenten aus Europa, den USA, Asien und dem Nahen Osten geriet. Die starke Nachfrage zeigt laut Martin Ohmann Rapp einen generellen Wandel im internationalen Uhrenmarkt: Gefragt seien heute zunehmend seltene Designstücke mit Charakter, Seltenheit und klarer Handschrift ihrer Zeit. Nicht die grösste oder teuerste Uhr stehe im Fokus, sondern Seltenheit, Designgeschichte und Individualität. Jacob Elordi sei eine der Stil-Ikonen einer jüngeren Sammelgeneration, die sich mit exklusiven Accessoires bewusst vom Mainstream abheben möchte.
Bietkampf zum Auftakt
Die Uhrenauktion war mit einem Paukenschlag gestartet worden. Die mehr als einhundert Bietenden vor Ort, hunderten online zugeschalteten und etlichen am Telefon lieferten sich einen zehnminütigen Bietkampf um ein Exemplar von Patek, Czapek & Cie. – der Vorgängermanufaktur von Patek Philippe – aus den 1840er-Jahren. Die historisch bedeutende Taschenuhr startete bei 5000 Franken und wurde letztlich für 75’000 Franken verkauft. Damit übertraf sie laut Martin Ohmann Rapp die Erwartungen deutlich. Auch eine Patek Philippe mit spannender Geschichte aus den 1920er-Jahren sorgte für Aufsehen und kam für 37’500 Franken unter den Hammer: Die Uhr trägt eine persönliche Widmung an George Draper Dayton II (1907-1988). Er hatte sie zu seinem 30. Geburtstag erhalten – möglicherweise von seinem Grossvater, dem Gründer der heutigen Target Corporation, einem der grössten Detailhandelskonzerne der USA.