Schweizer Franken: 175-jährige Erfolgsstory

Am 7. Mai 1850 wurde der Schweizer Franken offiziell lanciert – Auktionshaus Rapp versteigert Geldstücke aus Gründungsjahr – Hohe Nachfrage nach raren und teuren Fünflibern und Zweifränklern 

Vor genau 175 Jahren – am 7. Mai 1850 – wurde das Bundesgesetz über das eidgenössische Münzwesen in Kraft gesetzt und damit der Schweizer Franken als Silberwährung eingeführt. Einige der allerersten Schweizer-Franken-Münzen kommen nun diesen Mai unter den Hammer – aber auch besonders teure Fünfliber und Zweifränkler für wohl mehrere zehntausend Franken.

Es gibt sie noch: die wahren Erfolgsstorys und Sensationen rund um Währungen. Während viele Währungen – insbesondere der Dollar – abwärts tendieren, zeigen der Goldkurs und der Wert des Frankens nur in eine Richtung: steil nach oben. In Zeiten turbulenter Finanzmärkte entpuppt sich der Schweizer Franken einmal mehr als sicherer Hafen. Das war am Anfang gar nicht so. Im Gegenteil. So zu lesen im Buch «Der Schweizer Franken – eine Erfolgsgeschichte» von Ernst Baltensberger, dem bedeutenden emeritierten Volkswirtschaftsprofessor und einstigen Berater der Schweizerischen Nationalbank: Während des ersten halben Jahrhunderts sei er ein zur Schwäche neigendes Anhängsel des französischen Franc gewesen. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts habe er sich langsam, aber stetig zur starken und international gesuchten Anlagewährung entwickelt.

 

Nur rare, beste Qualität ist teuer

Das Schweizer-Franken-175-Jahr-Jubiläum, die Unsicherheiten an den Finanzmärkten und ein unlängst versteigerter teurer Fünfliber haben Sammelnde und Investierende aus aller Welt aus dem Busch gelockt: Mehr denn je rückt die Schweizer Währung in den Fokus und alte und extrem seltene Münzen gelten als Paradestücke wertbeständiger Anlagen – einerseits allein schon wegen des steigenden Silberpreises, andererseits wegen des teils explodierenden Liebhaberwertes. Marianne Rapp Ohmann, Inhaberin des Auktionshauses Rapp, stellt denn auch fest, dass solche «Investments mit emotionalem Zusatznutzen» immer mehr im Trend liegen. Indes mahnt sie zur Vorsicht: «Nicht alle alten Schweizer-Franken-Münzen sind per se teuer. Die allerersten Münzen haben zwar einen gewissen historischen Wert. Weil es von ihnen aber noch relativ viele gibt, werden sie nicht so teuer gehandelt.» Ausserdem sei für den Preis von Sammelstücken ausschlaggebend, dass die Münzen in bester Qualität erhalten sein müssen.

 

Mehrere tausend statt fünf Franken
So etwa ein Silber-Fünfliber aus dem Jahr 1886: Davon gebe es laut Rapp Ohmann nur fünf Stück – einer davon mit Schätzwert von einer halben Million Franken habe sie kürzlich in einer Ausstellung im Auktionshaus zeigen dürfen. Sie winkt aber ab und sagt, dass er leider nicht zu Versteigerung eingeliefert worden sei. Ein gleicher Fünfliber, wie er an der letzten Auktion vor Weihnachten 2024 für 30‘000 Franken verkauft wurde, sei hingegen eingeliefert worden: «Herr und Frau Schweizer wurden dadurch sensibilisiert, ob sie vielleicht auch noch ein seltenes Stück in einer Schublade oder Schatulle der Urgrossmutter schlummern haben.» Zudem sei im Auktionskatalog ein Zwei-Franken-Stück mit Jahrgang 1857 gelistet: «Dieser Zweifränkler kommt mit einem Startpreis von 10‘000 Franken an die Auktion und hat aufgrund der grossen Nachfrage und der kleinen Auflage von nur 600 Exemplaren viel Potenzial nach oben.»

 

Symbol für Beständigkeit
Marianne Rapp Ohmann ordnet den ganzen Hype rund um den Schweizer Franken ein: «Silberstücke, wie sie vor 175 Jahren herausgegeben wurden, wurden das letzte Mal 1967 geprägt. Der Silberpreis sei schon damals wesentlich höher gewesen als der Nominalwert.» Die Silber-Franken von damals hätten aber noch eine andere Besonderheit: «Die allerersten Schweizer-Franken-Münzen sind sogar heute noch im Umlauf. Damit ist der Schweizer Franken die älteste Währung weltweit, mit der man noch zahlen kann.» Der Schweizer Franken ist auch nur schon deswegen das Symbol für Beständigkeit, Sicherheit, Unabhängigkeit, Neutralität und Präzision.»

 

Eine 5 Franken 1928. Aus einer Schweizer Privatsammlung.

Erneut kommt ein Fünfliber unter den Hammer: Ein ähnliches Exemplar aus dem Jahr 1928 wurde kürzlich für 30‘000 Franken verkauft.

Ein 2 Franken 1857, Auflage nur 622 Exemplare. Der Verkaufspreis lag bei CHF 15’625.–.

Das Startgebot für diesen Zweifränkler aus dem Jahr 1857 beträgt an einer Auktion Ende Mai 10‘000 Franken.

5-Franken-Stück von 1850

Nicht besonders selten oder teuer: Solche Fünfliber, wie sie vor 175 Jahren erstmals geprägt wurden, kommen als Teil von Kollektionen unter den Hammer.

Über die Auktion im Mai 2025

Im Vorfeld der Luxusgüter-Versteigerung des Auktionshauses Rapp können die weit über 1000 Lose an der Toggenburgerstrasse 139 in Wil/SG (Schweiz) besichtigt werden. Die Auktion findet vom 21. bis 23. Mai 2025 statt. Auktionsprogramm: Münzen am Mittwoch, 21. Mai; Schmuck und Premium Uhren am Donnerstag, 22. Mai; Schmuck, Designertaschen und Whiskys am Freitag, 23. Mai anlässlich einer reinen Online-Auktion.

 

Über das Auktionshaus Rapp

Das Auktionshaus Rapp in Wil (SG) mit Repräsentanz in Zürich und regelmässigen Expertentagen in München zählt zu den bedeutendsten Briefmarken- und Münzenauktionshäusern der Welt. Es hat sich in den letzten Jahren strategisch weiterentwickelt und sein Angebot verstärkt auf den stark wachsenden Auktionsmarkt für Luxusgüter wie Schmuck, Uhren und Handtaschen ausgerichtet. Jährlich werden – bei steigender Tendenz – einige Millionen Franken mit Luxusgüterauktionen und Verkaufsausstellungen realisiert.  In der 55-jährigen Geschäftstätigkeit wurden Raritäten und Pretiosen für weit mehr als einer halben Milliarde Euro versteigert.

×

×
×